Googles Interessenprofiling

Martin Degeling

in "Profile: Interdisziplinäre Beiträge"


Abstract

Insbesondere Online Werbung, und damit die Finanzierungsbasis der meisten In- ternetdienste, ist ohne Profiling nicht mehr denkbar. Seit dem ersten „Klick- Mich“-Banner 1994 1 wächst die Industrie und mit dem Umsatz wuchsen auch die Komplexität der Struktur zur Werbevermittlung, die Anzahl der beteiligten Akteu- re und die dabei verwendeten Daten. In folgenden Beitrag möchte ich die technischen Rahmenbedingungen von Online- Tracking und Profiling vorstellen. Die Beschreibung geschieht mit Blick auf meine eigene Analyse der Praxis von Google als größtem und wichtigsten Akteur, der ein Interessenprofiling (siehe Abb. 1) für einen Großteil der Internetnutzer*innen durchführt. Dabei habe ich mich auf die Gruppe der User*innen konzentriert, die nicht aktiv durch einen Login bei Google in das Profiling eingewilligt hat. Im Rahmen meines Dissertationsprojekts habe ich 506 Internetnutzer*innen simuliert, um das Profiling zu analysieren. Dabei zeigt sich einerseits wie gut umfangreich die Profile sind die erstellt werden - nach 100 Seitenaufrufen hat Google im Durchschnitt 18 Interessen ermittelt sind - und andererseits die hohe Ungenauigkeit dieser Verfahren. Dieselben 100 Seitenaufrufe führen zu teils sehr unterschiedlichen Profilen

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